Sternenkinder: mein Projekt HERZMUT

Geschichten, die das Leben schreibt

Es gibt Momente im Leben, da bleibt – gefühlt – die Welt stehen. Momente, mit denen wir nicht gerechnet haben. Und dann sind sie plötzlich da. Unerträglich schrill. Gleißend hell und gleichzeitig abgrundtief dunkel. Man ist hellwach und doch irgendwie benommen. Alles wirkt unecht.

Diese Augenblicke gehören zum Leben, so auch zu meinem. Im Dezember 2010 war ich mit unseren Zwillingen im sechsten Monat schwanger. Wir waren gerade in einem Möbelhaus, um für die beiden einzukaufen, als ich das Gefühl hatte, Fruchtwasser zu verlieren. Mein Mann nahm mich ernst, hoffte aber, dass ich mir umsonst Sorgen machte. Nur wenige Stunden später setzten im Krankenhaus trotz des Magnesium-Tropfs die Wehen ein: Die Geburt unserer Tochter und unseres Sohnes stand bevor. Zu früh. Zu jung. Mit der Gewissheit, dass die Zwillinge sterben würden, brachte ich unsere Erstgeborenen mit vereinten Kräften natürlich zur Welt. Voller Stolz, Mutterliebe und Sehnsucht hielt ich meine toten Kinder in den Armen – ein Geschenk, das ich heute nicht missen möchte. Natürlich hat mir dieses Ereignis damals alles abverlangt. Doch was letzten Endes zählt: Es ist ein Teil meines Lebens, der mich zu der Person gemacht hat, die ich heute bin –gewachsen, gereift, stärker und umsichtiger. 

Mit Herz & Mut

Um an den Anfang anzuknüpfen – blitzschnell befinden wir uns in ungekannten Situationen und müssen Entscheidungen treffen: Traue ich mir trotz der Situation eine natürliche Geburt zu? Wollen wir ein eigenes oder ein Sammelgrab? Wie unterstützen wir uns als Paar?

Es gibt Menschen, die möchten dabei nur den engsten Kreis um sich haben. Andere wünschten sich Beistand. Ein offenes Ohr. Ein Zeichen, dass man das durchstehen kann. Eine haltende Hand. Jemanden, der das Herz und den Mut hat, mit ihnen gemeinsam in die Situation rein zu gehen. Hierfür gibt es mein Sternenkinder-Projekt HERZMUT: Ich stehe im Krankenhaus bei Fehl- und Totgeburten als Akutbegleitung Paaren oder Einzelpersonen ehrenamtlich, also kostenfrei zur Seite.

Begleitung mit Herz und Verstand
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